Wie geht das?
  1. Diskutiert und beschließt als Klasse oder SMV möglichst vor Unterrichtsbeginn oder am Unterrichtsbeginn, dass ihr an diesem Vormittag anlässlich des aktuellen Themas Klimakrise und anlässlich des Klimastreiktages nicht den Schulunterricht „ausfallen“ lassen wollt, sondern weitgehend selbstorganisiert Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) machen wollt. Hilfreiche Materialien und Quellen dazu findet ihr unten.
  2. Sprecht die Lehrer:innen, die ihr an diesem Vormittag habt, auf ihre pädagogische Freiheit an, damit sie das selbstorganisierte Lernen zulassen und die Lerngruppen dabei unterstützen z.B. mit Recherche-Medien, Räumen usw.
    Außerdem sollen sie helfen, das Ganze zu strukturieren und zu moderieren. Die Lehrkraft wird zur Lernbegleiter:in/zum Coach. Bittet sie darum, bei der Dokumentation eurer Ergebnisse zu helfen, z.B. beim Entwurf von Nachhaltigkeitsprojekten eurer Schule.
  3. Wenn ihr Ergebnisse erzielt, präsentiert diese in der Schule und/oder online (Schulhomepage, Social Media). Solltet ihr bei einem Projekt sogar in die Umsetzung gehen wollen, richtet euch ggf. zusammen mit eurer Lehrer:in an die Entscheidungsträger, die bei der Umsetzung mitziehen müssen.
Worum geht es?

Schülerinnen und Schüler gestalten und organisieren ihre BNE selbst.
T4F unterstützen den BNE-Freitag und stellen hilfreiche Materialien und Quellen zur Verfügung.

Die Schule ist am BNE-Freitag ein Reallabor für eine gute Zukunft. Dazu reichen schon wenige kurzfristige Änderungen des Schulverhaltens für ein paar Stunden: 

  • Schüler:innen nehmen die Zukunftsfähigkeit ihrer Bildungsinhalte selbst in die Hand und fordern an diesem Vormittag Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu machen anstatt so tun zu müssen als ginge die Schule ihre Zukunft nichts an. Dabei soll nicht in Krisen geschwelgt werden, sondern konkrete gemeinsame Problemlösungen gefunden werden und möglichst sofort naheliegende Projekte initiiert werden (Doing by Learning, global denken, lokal handeln).
  • Lehrer:innen in den Lerngruppen moderieren und achten auf das sachgerechte und konsequente Durchhalten demokratischer Entscheidungsprozesse und auf die Unterbindung hinderlicher Verhaltensweisen wie Störungen, Desinformation etc. Eine problemorientierte Diskussion kann auch hinderlich sein, wenn sie lösungsorientierten Prozessen den Raum und die Zeit wegnimmt.
  • Der Stundenplan ist dann irrelevant, weil sich die Lehrkräfte aufgrund ihrer pädagogischen Freiheit am Freitagmorgen spontan zum Teamteaching verabreden und zwar in die „Klassen“ gehen, aber dort BNE-Projektgruppen antreffen, die sie mitbetreuen (Materialien, Geräte, Medien bereitstellen, Moderation, Dokumentation, Zukunftswerkstatt moderieren, Lernprozessintegration und Partizipation einüben …). Es geht insgesamt um die Selbstwirksamkeit bei der Entwicklung der eigenen Zukunftskompetenz.

ZIEL ist: Nachhaltigkeit im Tun UND im Denken, also effizient zu lernen, was nachhaltige Entwicklung ist und wie sie realisiert wird, z.B. an diesem Tag durch das jeweilige konkrete Tun und Lassen, aber auch durch die gegenseitige Ermutigung und das Entwerfen und Beginnen von schulbezogenen Nachhaltigkeitsprojekten (z.B. zum Energiesparen, zum richtigen Lüften, für emissionsfreie Verkehrswege und -mittel, lokale Infrastruktur nachhaltig gestalten, Vorschläge an den Gemeinderat oder Schulträger formulieren, Solaranlage und Wärmepumpe planen, Ladestationen für E-Bikes etc.).

Wichtig ist auch, den Verlauf und die Ergebnisse des BNE-Freitags zu dokumentieren (z.B. auf der Schul- oder SMV-Website) und dabei möglichst global vernetzt zu arbeiten mit Partnerschulen u.ä. weltweiten Kontakten – Klimaschutz ist für die Atmosphäre aus der alle Lebewesen atmen.

Ist das erlaubt?

Kurzgesagt: JA!

„Transformatives Lernen für Mensch und Erde ist überlebensnotwendig für uns und für künftige Generationen. Die Zeit zu lernen und für unseren Planeten zu handeln ist jetzt.“

Schlusssatz der „Berliner Erklärung“, UNESCO World Conference on Education for Sustainable Development, 2021

Als Schüler:innen sollt ihr „empowered“ – also befähigt/bestärkt – werden, selbstwirksam nachhaltige Entwicklung in Gang zu setzen. Eure Lehrer:innen wollen euch dabei bestimmt nicht im Weg stehen. Wenn ihr eure Motivation und euer Interesse deutlich macht, an diesem Tag BNE machen zu wollen, kann eure Lehrkraft ja gar nicht anders, als euch Gutes tun zu lassen 😉

Für Lehrer:innen ist auf unserer Seite zu Exkursionen zum Klimastreik aufgezeigt, warum BNE in die Schule, in das Unterrichtsgeschehen oder ebenso in außerschulische Aktivitäten gehört und legitim und sogar notwendig ist.

Wir T4F wollen alle Beteiligte dazu ermutigen diese „Protestunterrichtsform“ auszuprobieren. Es wird nicht alles auf Anhieb gelingen. Das liegt aber nicht an dem Konzept, sondern an den nicht-nachhaltigen Strukturen, die es zu bekämpfen gilt.

Los geht's!
Was können wir machen?Worum geht es? Und wie geht es?
Handprint„Das BNE-Team von Germanwatch regt dazu an, über den individuellen Fußabdruck hinauszudenken: Wir zeigen auf, wo und wie jede:r den Handabdruck seines bzw. ihres gesellschaftlichen und politischen Engagements vergrößern kann.“ Der Handprint eignet sich super, um möglichst schnell ins Handeln zu kommen! Die Schüler:innen können sich online durch einen Fragebogen klicken und bekommen konkrete Vorschläge für Nachhaltigkeitsprojekte.
Public Climate School„Bei der Public Climate School handelt es sich um ein digitales Bildungsprogramm, das von Studierenden der Fridays For Future Bewegung koordiniert und von vielen Wissenschaftler:innen, Expert:innen, Schüler:innen und Lehrer:innen mitgestaltet wird. Sie hat zum Ziel, Bewusstsein und Aufklärung für die herausragende Bedeutung der Klimakrise für eine lebenswerte Zukunft auf dieser Erde zu schaffen und Klimabildung für alle zu ermöglichen.“
„Es werden mehrere Unterrichtseinheiten pro Tag live über unseren YouTube-Kanal ausgestrahlt. Jeder Tag widmet sich dabei einem anderen wichtigen Thema. Stundenverlaufspläne, Arbeitsblätter sowie alle benötigten Materialien werden von uns im Vorhinein erstellt und können ganz einfach und ohne Anmeldung heruntergeladen werden. Die Livestunden können einzeln durchgeführt werden und bauen thematisch nicht aufeinander auf. Die Stunden werden alle aufgezeichnet und können auch zu einem späteren Zeitpunkt (nach der Aktionswoche) noch angeschaut werden.“
Ihr klickt einfach auf die Stunden im Stundenplan, die euch interessieren, ladet euch die Arbeitsblätter zum Ausdrucken runter, überfliegt kurz den Verlaufsplan und das war die Vorbereitung für die Stunde. Es gibt auch ältere Programme mit anderen Themen, da sind die Stunden teils komplett moderiert und die Lehrkraft kann sich während der Stunde zurücklehnen 😉
KISS – Klima in der Schule Symposium„Der grosse Zuspruch zum ersten Klima-KISS, dem „Klima in der Schule Symposium“ im Frühjahr 2021 und die positive Resonanz seither auf das entstandene Videoarchiv und das Wissenszentrum der S4F hat uns sehr motiviert [ein weiteres Symposium zu organisieren]. […] Wie im letzten Jahr wenden wir uns an alle im Bildungssystem Beteiligte: Dozentinnen, Lehrerinnen, Schulverwaltungen, Bildungsforscherinnen aber natürlich auch an Studierende, interessierte Eltern und nicht zuletzt Schülerinnen im D-A-CH Gebiet.“ Ist wenn, dann für die Oberstufen geeignet, um über BNE und das Schulsystem zu diskutieren. Aber für Lehrer:innen ist der ein oder ander Beitrag unbedingt sehenswert!
Mobi-MaterialMobilisierungsmaterial zusammen für den Klimastreik basteln.