Delegation der T4F NRW besucht 15. Klimakonferenz der GHS in Essen
Der Klimarat der Gesamtschule Holsterhausen in Essen hatte eine Delegation von Teachers for Future NRW zu seiner 15. Klimakonferenz eingeladen, die als ganz besonderes Jubiläum am 21. Mai 2026 von 8.30 bis 14.00 Uhr unter dem Titel „Unsere Schule. Unsere Stadt. Unser Klima. – Taten statt warten 2.0“ in der schuleigenen Aula durchgeführt wurde. Anastasia Polosina von der Hibernia Gesamtschule in Herne und Danielle Schulte am Hülse vom Gymnasium Gerresheim in Düsseldorf besuchten gemeinsam mit Schüler*innen, die im Rahmen der SV ihrer Schulen aktiv sind, das bunte Programm der GS Holsterhausen, das mit einer Fragerunde an die Stadtteilbürgermeisterin begann, viele interessante Workshops anbot, selbstkomponierte Livemusik aufführte und leckere vegetarische Mittagssnacks for free anbot.
Die Klimakonferenz dieser Gesamtschule wurde vor ca. 20 Jahren als Idee einer Gruppe von ehemaliger Schüler*innen unter dem Motto „Taten statt warten“ geboren, derzeit von Christine Selz (Lehrerin für Biologie und Physik) organisiert und ist mittlerweile ein Ereignis, das fest im Jahresterminkalender der Schule verortet ist. Primär vorgesehen ist es als außerunterrichtliches Lernangebot für die Sekundarstufe I der Schule und für Schüler*innen anderer Schulen, die sich als Gäste anmelden können.
Zunächst wurden die ingesamt zehn Workshops, die in zwei Durchläufen jeweils vor und nach der Mittagspause angeboten worden sind, von den Workshopleiter*innen vorgestellt. Jede*r teilnehmende*r Schüler*in konnte zwei Workshops besuchen und wählte dazu aus der Übersicht vier Favoriten aus, von denen dann zwei Wünsche pro Person zugeordnet wurden.
Die insgesamt 10 Workshops drehten sich um Themen wie Solar- und erneuerbare Energien, Fair Trade, Klimafreundliches Kochen, Färben mit Pflanzen, Artenschutz, Treibhauseffekt, Produktionsbedingungen für Kakao, Tierhaltung und ihre globalen Folgen, Fahrräder reparieren und die sinnvolle Nutzung der weltweit verfügbaren Ackerfläche. Einige der Workshops ermöglichten Do-It-Yourself-Erfahrungen und somit Raum für die Entfaltung von Selbstwirksamkeit.
Die mit unserer Delegation gereisten Schüler*innen nutzen die Veranstaltung der 15. Klimakonferenz vor allem zum Vernetzen mit der SV und dem Klimarat der Gesamtschule Holsterhausen, um hinsichtlich der Verwirklichung eigener künftiger Vorhaben gut beraten zu sein. Insgesamt haben wir vier Mädchen und vier Jungen des 10er Jahrgangs und der Einführungsphase Schüler*innenbeteiligung in Form von Lernerfahrungen an einem anderen Schulort und Begeisterung für Bildung für nachhaltige Entwicklung ermöglichen können. Die Schüler*innen des Gymnasiums Gerresheim arbeiten derzeit an der Planung eines jährlichen Nachhaltigkeitstages und fühlen sich nun aufgrund der gemachten Erfahrungen einerseits gut inspiriert andererseits auch gut herausgefordert. Gemeinsam mit den Schülerinnen der Hiberniaschule und uns Lehrerinnen haben sie im reflektierten Gespräch folgendes Fazit gezogen: Es ist sowohl beachtlich als auch lobenswert, dass eine Schule bereits vor mehr als 15 Jahren damit begonnen hat, eine eigene Klimakonferenz zu organisieren und bis heute den langen Atem bewahrt, diese Veranstaltung jährlich stattfinden zu lassen. Hinzu kommt, dass die Schüler*innen es geschafft haben, nahezu selbstständig einen ganzen Tag voller Workshops im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu organisieren. In einem Gespräch mit einer Schülerin, die an der Gestaltung der Klimakonferenz beteiligt war, wurde deutlich, wie viel persönliches Engagement hinter der Planung steckt. Denn der Klimarat der Gesamtschule traf sich während des Schuljahres regelmäßig in den großen Pausen, um gemeinsam die Organisation und den Ablauf der Klimakonferenz vorzubereiten.
Besonders beeindruckend war außerdem, wie ein Team aus fünf Schüler*innen während des Verlaufs der 15. Klimakonferenz eigenständig einen Kurzfilm drehte, der am Ende der Veranstaltung auch gezeigt wurde. Dazu führten sie Interviews mit Schüler*innen, die an den Workshops teilnahmen. In den Gesprächen berichteten die Teilnehmenden über die Inhalte der Workshops sowie über ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen.
Die 15. Klimakonferenz der GS Holsterhausen zeigt deutlich: Vor allem Selbstwirksamkeitserfahrungen der Schüler*innen dieser Gesamtschule ließen sich an diesem Tag eindrucksvoll beobachten und erleben.
Kritisch anzumerken wäre allerdings, dass der Schwerpunkt der Klimakonferenz der GS Holsterhausen auf der Eigenverantwortlichkeit der einzelnen Schüler*innen liegt, sich also im Wesentlichen nach den Kriterien der BNE 1 gestaltet. Während der Fragerunde mit der Bürgermeisterin und auch auf konkrete Nachfrage bei den Schüler*innen des Klimarates war erkennbar, das die Ambitionen der Jugendlichen offensichtlich mehr in Richtung politisch-emanzipatorischer BNE tendierten, als die Erwachsenen, die sie bei der Durchführung der Klimakonferenz unterstützen. Wir sind zuversichtlich, dass der Klimarat der GS Holsterhausen den Schritt Richtung BNE 2 in absehbarer Zeit gehen wird und freuen uns jetzt schon gemeinsam auf die 16. Klimakonferenz in Essen.
Anastasia Polosina und Danielle Schulte am Hülse






